Freifunk auch in städtischen Einrichtungen und an öffentlichen Plätzen einführen

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Seit 2015 wurde von Gewerbetreibenden und Privatleuten das Freifunknetz in Troisdorf intensiv ausgebaut, indem sie in ihren Räumlichkeiten Freifunkrouter aufgestellt und an den eigenen Internetzugang angeschlossen haben. In der Innenstadt geschah dies mit Unterstützung durch die Stadt Troisdorf. Dabei hat die Stadt selbst allerdings keine Router aufgestellt oder Internetzugänge zur Verfügung gestellt. Mancherorts bilden sich Gruppen von Menschen, die das dort vorhandene Freifunknetz nutzen und sich dadurch Anwohner gestört fühlen. Das liegt daran, dass Freifunk außerhalb von Geschäftsräumen und Wohnungen nur stellenweise in ausreichender Kapazität zur Verfügung steht. Es wird daher ein weiterer Ausbau benötigt.

Das Land Nordrhein-Westfalen wird mit dem Projekt 100xWLAN Freifunk-Installationen an/auf landeseigenen Gebäuden mit Hardwareinstallationen und Internetzugängen unterstützen.

Als weitere Maßnahme schlage ich vor, dass die Stadt Troisdorf selbst städtische Einrichtungen und öffentliche Plätze mit Freifunk versorgt:

1. Freifunk in allen öffentlich zugänglichen, städtischen Einrichtungen (wie Stadtbibliothek, Museen, Rathäuser) installieren und mit ausreichender Internet-Bandbreite versorgen.

Bis dato hat die städtische Verwaltung argumentiert, dass in Stadtbibliothek und Rathaus bereits kostenlose WLAN-Zugänge vorhanden seien, diese sind in ihrer Benutzbarkeit (Usability) sehr eingeschränkt. Einerseits muss ein Zugang beantragt werden, so dass Gelegenheitsbesucher aus anderen Städten das WLAN nicht nutzen können. Andererseits sind die Anmelderoutinen bei der Nutzung umständlich. So verlangt das WLAN-Netz im Rathaus für die Ratsmitglieder alle paar Minuten ein erneutes Anmelden, wenn zwischenzeitlich das Endgerät (wie ein Tablet-PC) ausgeschaltet wurde. Mit einen Freifunknetz ist in diesen Einrichtungen eine barrierefreie Nutzung von WLAN für alle möglich.

2. Freifunkrouter an öffentlichen Plätzen installieren und mit ausreichend Internet-Bandbreite versorgen.

Bei Veranstaltungen im Stadtgebiet profitiert die Stadt von den Besuchern der Veranstaltungen. Ein Freifunknetz am Veranstaltungsort ist bisher aber ausschließlich von Freifunkroutern und Zugängen der Anlieger abhängig. Zum Beispiel das Gebiet rund um die Burg Wissem sowie der Festplatz an der Stadthalle (und die Stadthalle selbst) sind nicht mit Freifunk versorgt.

3. Freifunk-Community unterstützen beim Aufbau eines stadtweiten Funk-Backbones durch Antennen und Router auf hohen städtischen Häusern einschließlich der Versorgung mit ausreichender Internet-Bandbreite.

Die Freifunk-Community, die den Freifunkausbau in Troisdorf intensiv unterstützt, plant den Aufbau eines Backbonenetzes per Funk, mit dem gezielt und kurzfristig temporäre Freifunkinstallationen mit Internetzugang versorgt werden können. Dazu müssen hohe Häuser mit Richtfunkantennen miteinander "verbunden" werden und die daran angeschlossenen Router mit Internet versorgt werden. Die Stadt könnte hier Gebäude sowie Installationen und Internetzugänge zur Verfügung stellen.

Kommentare

PS: Die Mitglieder der Freifunk-Community arbeitet auf rein ehrenamtlicher Basis und unterstützt jeden und überall kostenlos bei der Einrichtung eines Freifunkrouters.

Freifunk anzubieten ist viel einfacher umzusetzen und schlauer, als WLAN mit Anmeldung und weiteren Sicherungsmaßnahmen in Betrieb zu halten.

Ich persönlich setzte mich für den freien und offenen Zugang ins Internet ein, für jeden Bürger. In meinen Augen ist das ein Menschenrecht, da in der heutigen Zeit nur noch so eine Teilhabe an der Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung und einen freien Zugang an Informationen gesichert werden kann. Inzwischen steht zu befürchten, dass es immer mehr Bürger geben wird, die sich diesen Zugang - nicht zuletzt auf Grund der Verdienstmodelle der gewerblichen Internet-Provider - einfach nicht mehr leisten können. Monatlich 28,-€ und mehr sind für immer mehr Bürger einfach nicht mehr drin.

Ähnlich wie in der Medizin, wo es längst eine zwei-/drei Klassen Medizin gibt, befürchten auch ich eine Aufspaltung der Gesellschaft, nun auch in der digitalen Welt. Die einen können sich entsprechend schnelle Zugänge/ Flaterats leisten, immer mehr leider eben nicht. Aber auch diese Menschen haben einen Anspruch auf eine adequate Teilhabe.

Wenn möglichst viele Bürger möglichst in ihrem Wohnumfeld einen freien Zugang in ein offenes und freies WLAN-Netz haben, wird es dadurch auch weniger Probleme bei zur Zeit exponierten WLAN-Lagen kommen. Leider kommt es wohl vereinzelt dazu, dass Bürger sich dort versammeln und auf eufel komm raus ihren Spaß haben, Nachruhe hin oder her. So ein Verhalten ist im Zweifel ordnungswidrig und betroffene Bürger sollte sich positionieren und ggf. die Polizei hohlen. Daraus aber zu folgern, dass ein freies WLAN an dem Verhalten dieser Menschen schult sei, ist in meinen Augen nicht nachzuvollziehen. Hier sollte man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten und vielmehr die zaghaften Anfängen in Troisdorf dabei unterstüzen, ein möglichst flächendeckendes freies WLAN-Netz für alle Menschen zu etablieren.

Ich wünsche mir eine schnellen Ausbau, so wie er in anderen europäischen Ländern längst vollzogen ist, auch für Troisdorf wünschen... ;-)

W-Lan für alle, dass sollte es überall geben. Aber die Unterstützung einer Freifunkeinrichtung ist auch eine gute und bedenkenswerte Alternative oder Ergänzung.

Die Troisdorfer Bürgerunion